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Toureninfo:

"Planspitze Direkte NW"
begangen von Bernhard am 2025-09-04
Gebiet:
Gesäuse
Berg:
Planspitze
Schwierigkeit:
6
Exposition:
NW
Absicherung:
BH - anspruchvoll
Zusätzliche Angaben:
Mit Roni in Wechselführung bei besten Spätersommerbedingungen, 15 Jahre nach unser ersten Begehung.
Die hier vorliegenden Beschreibungen bleiben gültig; Zustieg, Absicherung, Topoungenauigkeiten (Xeis-Auslese) und Felszustand haben sich nicht geändert. Das Cam-Set nicht vergessen! Obwohl... irgendwo müsste ein gelber 2-er herumliegen in der Wand :-)
Die Nacht verbringen wir im Auto am Parkplatz gegenüber dem Höllersteig unter besonderer Berücksichtigung von Van Morrison anlässlich seines 80ers - und normaler Berücksichtigung der Bierdosen. Am Automaten sind dort jetzt Tagesgebühren zu entrichten, über Nacht also zwei - wobei ein "Übernachtungsentgelt" darin explizit NICHT enthalten ist. Es besteht offiziell ein Campingverbot.
Ganz grundsätzlich gilt es bei dieser Route besonders auf die Linienführung zu achten, wegen der parallel und überkreuz verlaufenden Kletterwege. Die SL 5 bis 8 sind ziemlich steil. Unterhalb des Quergangs gibts 1a Wasserrillen. In der 7. SL ist der Hinweis auf die "seichte Runse" eine gute Orientierungshilfe. Die direkte 6+ Variante zur Umgehung des Quergangs war für uns neuerlich keine Option, schon angesichts der beileibe nicht überbewerten 6- auf dem Weg herauf. Der Quergang gelang uns beiden frei (Roni vorne). Der verlangt sehr exakte Beinarbeit und verfügt über ausgedehntes Pendelpotential. Ein früher Stand am Doppel-BH der "Akropolis" wird empfohlen. Zwischen Quergang und Einstieg in die Verschneidung verorteten wir eine ziemlich unangenehme, zwingende Plattenstelle. Nach der Verschneidung gehts noch zwei alte fixe Sanduhrschlingen halbrechts hoch, dann etwa 10 Meter (nicht 25) zum gut sichtbaren "Köpfl-Block", immerhin auch ein spannendes 4+ Quergängelchen auf etwas abschüssigen Reibungstritten und mit ohne Griffe - nur feiner, glatter Kalk zum Anschmiegen für die Handflächen und je schweiß-feuchter sie sind, umso mehr Halt bieten sie. Für die sehr weit gesicherten Wasserrillen in der 12. und 13. SL ist der 10cm Riesencam nicht unbedingt nötig, aber es hat Spaß gemacht, mal Verwendung für das Teil zu finden - und beruhigt hat er doch! Diesmal haben wir auch die Ausstiegsseillänge durch die Dachzone mal wieder gefunden, die einen wirklich schönen, kräftig-steilen Abschluß für diese Top-Route bildet.
Dann: Abseilen über die "Plattensprint" - das kennen wir, haben wir schon oft gemacht. Dort gibts auch eine wirklich fein eingerichtete Abseilpiste mit Schwerlastankern so alle 40-45 Meter etwa. Und eben weil ich das eh schon kenne, rausche ich gleich mal vorbei am Anker oberhalb der "Wuchtl", um die Seillänge ordentlich auszunutzen... und dann hample ich unterhalb der "Wuchtl" am Ende des Seils herum und kein BH weit und breit. Akustische Kommunikation geht nicht, Roni seilt auch ab. Ich kann ihn noch rechtzeitig einbremsen am BH vor dem Dachüberhang oben. Ganz so tiefenentspannt und entscheidungssouverän fühlte ich mich zwar nicht in dieser Situation - aber: 1. waren wir nicht panisch und machten Blödsinn, 2. waren wir richtig ausgerüstet - zwar nicht unbedingt genau dort, wo es hingehört, aber immerhin und 3. wussten wir uns zu helfen: Roni fixierte meine Seile an seinem Stand ober, damit reduzierte er die Seildehnung. Dann ließ er mir die T-Blocks und zusätzliche Bandschlingen hinunter. Ich baute eine Aufstiegshilfe und prusikte nach oben. Alles wieder gut und was gelernt dabei! Die Aktion hat Zeit gekostet, deshalb im Schein der Stirn- und Handylampen durch den dunklen Wald zur Straße hinunter, was auch seinen Reiz hatte.
Ein ausgefüllter Tag, reich an körperlichen und mentalen Belastungen - aber schön! Um 01.30 Uhr waren wir wieder daheim.

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