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Toureninfo:

"Kreuzkante"
begangen von Bernhard am 2021-06-08
Gebiet:
Totes Gebirge
Berg:
Hohes Kreuz
Schwierigkeit:
7-
Exposition:
NW
Absicherung:
BH sehr gut
Zusätzliche Angaben:
Mit Roni in Wechselführung bei besten frühsommerlichen Bedingungen. Trocken, warm und ohne Gewitter. Wir haben noch eine Rechnung offen mit der Tour, die es uns 2017 ein wenig verregnet hat. Im Almtaler Haus auf der Terrasse gehts hoch her bis in die Nacht hinein, die scheinbar zahmen (nicht weißen!) Hausmäuse tummeln sich zu dutzenden unter den Tischen und als wir uns ins Auto zum Schlafen legen, sind wir nicht mehr durstig.
Wir hadern mit dem Zustieg - erst zu hoch, dann zu tief... aber wenigstens ist er schneefrei, obwohl der heuer noch bis ganz weit herunter sehr üppig liegt. Zustiegsempfehlung: Den Weg zur Welserhütte erst nach den letzten Latschenfeldern nach links verlassen, man kann sogar einen Pfad im Schotter erkennen, fast auf gleicher Höhe queren und die ausgeprägte Rampe zur Kante hinauf ansteuern. Da findet man schon 1-2 BH bis zum eigentlichen Einstieg.
Wir hielten uns nach der aktuellen Topo von "Bergsteigen.com", die ist aktueller als die im "Österreich-Mitte" Führer (auch angesichts der offenbar da und dort modifizierten Routenführung) und sie hat uns gut geleitet. Schon die erste SL zeigt, dass die Tour sehr... sehr! hart bewertet ist - ja, auch kraftige Überhänge können mit 4+ bewertet sein - aber das kommt dann erst weiter oben. Schon die 2. SL (5+) erfordert einen seriösen 6er Kletterer - aber die Absicherung ist wirklich eng wo es haarig werden könnte. Superschöne, raue, alpin anmutende Verschneidungskletterei in der 3. SL, viel Fingerrisszeug - Blut fließt! SL 4,5, und 6 waren (anders als zuletzt) für uns logisch und leicht zu finden, Topo und BH wiesen den Weg eindeutig. Beim Wegklettern in der 7. SL brauchten wir erstmals den Haken, es scheint, als wäre eine Griffschuppe weggebrochen, weil der Zug geht sich mit 6+ definitiv nicht aus! 8. SL ein trickiger 6+ Platteneinstieg, der sich aber fein auflöst und stressfrei wegen der feinen Absicherung. Danach eine steile Verschneidung - eine der schönsten SL der Tour! Es folgt ein superausgesetzter Quergang nach links ins Nichts hinein, an den ein senkrechter Riss nach oben anschließt, auf ein Wiesenband. Hier muss man 10 Meter nach links zur 10. SL (wieder ein schöner Risskamin) - NICHT nach rechts, wie wir vorerst, dort führt nämlich ein überhängender, brutaler Faustriss auf nächste Band hinauf. Roni hat ihn ein paar BH lang versucht bevor wir erkannten, dass wir hier falsch sind, gefolgt von einem trickreichen Rückzug. Hier im oberen Bereich kommt eine geniale SL nach der nächsten. Beim 7- Einstieg zur 12. SL griffen wir erneut kurz in den Haken, aber das hätte sich wohl ausboldern lassen - allerdings nicht ohne Groundergefahr aufs Band. Eine lange, anhaltende, steile vorletzte SL - mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt, dass 6 drinnen ist, wo 5 draufsteht, aber die Absicherung machts stressfrei - ganz selten kommt der eine, oder andere Cam zum Einsatz. Mittlerweile ist auch wieder die Sonne herausgekommen, nachdem es zu Mittag bedenklich zugezogen hatte. Auch die Abschluss-SL nochmal ein Genuss, der Sichernde steht schon barfuß auf der grünen Wiesenmatte des letzten Absatzes. Von oben führt ein gemütliches Wiesenband zur Welser Hütte hinüber/hinunter, mit einer kurzen 2- Abkletterstelle. Die Begehungsspuren sind deutlich.
Tolles Landschaftsambiente, eine Kante wie sie im Buche steht, steil, ausgesetzt, fein gesichert, rauer, (ziemlich) fester Fels, eine Hütte am Ausstieg, der Rückweg zum Auto läuft flach aus und zuletzt ein eiskaltes Bad im Fluß - definitiv eine meiner Lieblingstouren!

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