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Toureninfo:

"Zäunlwand"
begangen von WollePetry am 2020-12-27
Gebiet:
Lohmgraben
Berg:
Schneealpe
Schwierigkeit:
4
Exposition:
NW
Absicherung:
alpin
Zusätzliche Angaben:
Nachdem der große Schnee bei uns weiter auf sich warten lässt, und Skitouren mit einer Autofahrt von mindestens 2 Stunden Richtung Westen veranschlagt werden müssen, haben wir uns am bisher kältesten Tag des Jahres (-13° um 6.00 Früh) für a kurze Kletterei am Hausberg, der Schneealpe entschieden.

Kleidungstechnisch alles am Körper, bzw. im Rucksack was der Kleiderschrank herzugeben hatte, gehts über den schönen Sommerwanderweg Richtung Almgraben/Blarer circa 1000m den Lohmgraben hinein, bis rechter Hand markant ein unbenannter Kamm, unter Dorfältesten aber als "Bettl-, oder Bertlkamm" bezeichnet, in Ost-West Exposition ins Auge sticht.

Es ist bekannt, dass die alten Bergfexe hier schon seit Jahrzehnten herumturnen, aber als klassischen Kletteranstieg würde ich den Wandteil, der zu den "Zäunlwänden" gehört, nicht grad bezeichnen.

Unser Bergführeranwärter Patrick macht den Vorstieg, mit Steigeisen und einem Eisgerät/Person bewaffnet gehts erst über steile Wiesen und Schrofen bis zum Einstieg empor. Gesichert wird über Köpfel, ab und an einen alten Normalhaken und weiter oben an den Ständen sogar von Bolts. Insgesamt auf jeden Fall absolutes Sturzverbot für den Vorsteiger, und mich und Natascha als Nachsteiger am 50m, Seil, simultan kletternd über eine Seilweiche wäre auch der Nachstiegssturz, zumindest für den anderen eher unangenehm. Steigeisen sind dem Gesicht immer viel zu Nahe. Hier wären zum Nachsichern Halbseile sicher eine gute Idee gewesen.

Nach den ersten beiden Seillängen, die wohl auch die 4er Stellen beinhalten, wird die Wand angelehnter und gutmütiger zu Klettern. Das eine Mal im Jahr an dem ich mit Steigeisen klettere, ist halt viel zu wenig, als das sich da Lockerheit einstellen würde. Krampf und Kampf pur! Eine richtige "Soll-Linie" gibt es aber auch nicht. Je nach dem wie weit man sich rechts am Grat orientiert, oder links in die Flanke wechselt, variieren die Schwierigkeitsgrade deutlich. Der Fels ist für unsere Kalk-Schotter-Berge gar nicht so schlecht, und die niedrigen Temperaturen erlauben es sogar, die sonst eher unbeliebten Graspölsterchen als Steig-& Ziehhilfen zu nutzen.

Der prognostizierte Wind verschont und bis auf wenige Böen, und insgesamt ist die Kälte sehr gut aushaltbar. Die Tour, wenn man nicht extra großartig anreisen muss ist auf jeden Fall einen halben Tag wert, vor allem landschaftlich befindet man sich in einer echt großartigen und einsamen Gegend.Der Ausstieg aus der "Wand" mündet in einen gutmütigen, wenig ausgesetzten Grat, der in einfacherer Kraxelei (UIAA 1-2) seilfrei schön zu begehen ist.

Abstieg über ausgetretene Pfade durch den Wald, zurück zum Parkplatz in circa 45min.

Komplette Tour circa 5h, wobei 3h davon am Klettern, und da auf Grund langsamer Nachsteiger sicher auch 1h schneller zu lösen ;)

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