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Toureninfo:

"Lufthammer"
begangen von Peter am 2018-08-15
Gebiet:
Hochschwab
Berg:
Kleiner Schwab Südwand
Schwierigkeit:
6 (6- obl.)
Exposition:
S
Absicherung:
BH, aber nix plaisir
Zusätzliche Angaben:
Mit Margit und Peter zum Hochschwab.
Peter und ich wollten in der Hochschwab Südwand was klettern.
Margit begleitete uns rauf und wanderte dann übers Ghackte zum Hochschwab-Gipfel.

Sollte die Lufthammer überlaufen sein oder zu schwer oder zu nass, wollten wir auf die daneben laufende, leichtere Himmelsleiter ausweichen.
Sollten beide Touren überlaufen sein, nahm ich noch eine Reihe anderer Topi der Südwand mit.
Letztlich regnete es dann noch etwas am Zustieg und die Tour trocknete erst während unserer Begehung ganz auf.
Und wir sahen in der Wand nur eine Seilschaft, die den Domeniggweg, ev aber auch den Güntherweg oder den St. Ilgner Weg geklettert sind.

Lufthammer ist eigentlich eine Tour, die in der Südwand des Kl. Schwab raufzieht… die Wand schließt direkt östlich an die Hochschwab Südwand an.

Sie hat 8 SL, ist etwa 6 (offiziell 5+ obl.,… ich hätt gesagt 6- oder sogar 6 obl.) und hat eine Länge von etwa 280 Klettermetern.
Ist eine mit BH gesicherte Tour von Mitsche/Jentzsch-Rabl aus dem Jahr 2000.
Die Schwierigkeitsbewertungen auf deren Seite teile ich ehrlich gesagt nicht. Im Schalltopo (Genusskletteratlas Österreich Ost, Band 2, Ausg. 2005) kommt die Einschätzung aus meiner Sicht richtig rüber (meist einen Drittel-Grad höher).
Dagegen entsprechen die Längenangaben im bergsteigen.com-Topo mehr der Wirklichkeit als bei Schall!

Trotzdem sie als gut abgesichert beschrieben wird (und bei bergsteigen steht, dass nur die gaaanz Ängstlichen mobiles Zeug mitzunehmen brauchen), empfanden wir die Absicherungsdistanzen als anspruchsvoll, was aber wohl daran liegt, dass wir selten in solchen Gebieten unterwegs sind, sondern eher am Peilstein und der Hohen Wand...
Waren daher froh, Friends und Keile dabei zu haben, obwohl man eher nur in den leichten Längen was dazulegen konnte.

Wir kamen über Seewiesen und brauchten reine Gehzeit ca. 3,5 Stunden zum Wandfuß.
Ca. 1000 Hm, wobei es dort eben eine Frage der Distanz und nicht so sehr der Steilheit ist.
Der Einstieg ist ca. auf 1900 m Höhe, der Ausstieg ca. auf 2.150 m.

Meine Taktik war, mit dem normalen Rucksack und den Stöcken bis zum Abzweiger zu gehen, wo wir wieder runterkommen wollten, das war der Graf Meran Steig.
Dort dann das Kletterzeug anlegen und mit dem kleinen Alpin-Rucksack weitersteigen. Restliche Sachen (von Peter und mir) im gr. Rucksack lassen, auch die Stöcke, und dann diese in den Latschen verstecken.
So hab ich das dann gemacht und danach, beim weiteren Zustieg ging es mir viel besser vom Gewicht her. Bis zum Einstieg war es dann für uns noch eine knappe Stunde.
Es ging anstrengend rauf zur Scharte vor der Südwand (noch am Hauptweg) und als wir den schräg nach links oben ziehenden Doppelriss und so auch unsere Tour vor uns hatten, trennten wir uns von Margit und zweigten ins Kar ab.

Wenn man am Wandfuß ist (ein gut sichtbarer Pfad führt im Kar zu den beiden vielbegangenen Touren rauf), muss man noch über einen Vorbau (ca. 1-2) etwas über links rauf zur Einstiegs-SU.
Man sieht darüber die silbernen BH-Laschen des Lufthammers raufziehen und schräg rechts drüber in etwa 5 – 10 m Entfernung eine große SU-Schlinge, die zur Himmelsleiter gehört.

Die erste SL war ein heftiger Kaltstart.
Bei Jentzsch mit 5+, bei Schall mit 6- bewertet, musste ich extrem in der SL kämpfen, fand diese Platten weit abgesichert und war urfroh, dass Peter die Länge vorstieg (RP).

Die 2. SL, mit 6 bewertet, hat nach dem ersten BH eine Direktvariante nach oben zum 3. BH, die ca. 5+ ist und eine nach rechts in die Platte zum 2. BH (angeblich 6/6+).
Mir war der Schwenk nach rechts zu schwer und war froh, direkt zum 3. BH klettern zu können.
Danach weiter gekämpft und die für mich anspruchsvolle SL bis zum Stand geklettert, trotz einiger moralischer Zweifel zwischendurch.
Wobei einmal hab ich dazwischen auch gerastet, um die Platte auschecken zu können.

Dann stieg Peter die 3. SL vor (4+). Die war am wenigsten schön, da sie etwas brüchig war. Man muss sich vom Stand weg leicht links halten und den Laschen folgen.
Rechts zieht die Himmelsleiter vom selben Stand rauf.

Wir kamen so zum Stand in der diagonalen Querrampe des Domeniggwegs.

Von dort stieg ich die 4. SL vor (6- bei Schall, 5- bei Jentzsch), an die ich mich so gut wie gar nimmer erinnern kann. Aber auch da war es teilweise weit gesichert und ich hab hier auch was gelegt.

Die 5. SL hatte auf den ersten 4 – 5 Metern einen unangenehm schwierigen Einstiegsriss (6), der aber auch sehr gut gesichert war.
Danach machbar.
Wichtig: Am Ende der 5. SL nach links zum Stand (rechts ist jener der Himmelsleiter).

Danach die schräg nach li. ansteigende 6. SL, 4, Richtung einer Grasnische. Auch hier hab ich was gelegt (2 od. 3 BH auf 30 m).

Die 7. SL dann die Schlüssellänge, 6.
Plattig, mit einer tiefen Wasserrille in der Mitte.
Für unser Empfinden ebenfalls anspruchsvoll gesichert. Mobil war so gut wie nix möglich.
Hätten schon den 3er Cam gebraucht, um da was zu machen.
Peter konnte auch diese SL RP vorsteigen.
Schwer wars am meisten unmittelbar NACH der tiefen Wasserrille.
War hier selbst im Nachstieg an meinem Limit und wieder froh hier nicht vorsteigen zu müssen!

Die 8. SL (5+) noch einmal plattig mit weniger ausgeprägten Wasserrillen und auch da kämpfte ich im Vorstieg ziemlich und war volle froh, als ich dann den Tourausstieg mit einem Juchatzer einhängen konnte.

Noch was zur Kletterzeit: Wir brauchten 4 h 45 min für die acht SL. Jentzsch schreibt was von 2,5 Stunden (!), Schall von 3 – 4 Stunden.

Ollas net so afoch do oben.
Ich denk, die Höhe hat die Kletterei insgesamt auch ziemlich anstrengend gemacht.
Wir waren in der Tour (S-exponiert) windgeschützt. Am Ausstieg und später vor allem auf der Hochfläche Ri. Schiestlhaus erreichte uns dann der NW-Sturm…
Beim Schiestlhaus, 2153 m Höhe, Außentemperatur 7 Grad.

Danach der Abstieg Ri. Osten zum Graf Meran Steig und über diesen runter zum Hauptweg, RS und Stöcke wieder eingesammelt, alle Sachen verstaut und anschließend rasch wieder zu Tal.

Wir sahen eine Menge Steinböcke und auch Gemsen und sogar 2 Rehe.
Nach etwa 3 Stunden reiner Gehzeit waren wir wieder beim Auto.

Fazit: Monsterunternehmen, das sinnvoller nicht von Wien aus in einem Tag unternommen wird, wie wir es getan haben.
Wenn das Luxusgut Zeit vorhanden ist, dann besser am Vortag anreisen und, wenn man von Seewiesen zusteigt, auf der
Voisthaler Hütte nächtigen (lt. Margit sehr nette Wirtsleut').
Von dort nur mehr etwa 1 h 15 min zur Hochschwab Südwand.

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