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Toureninfo:

"Erichs Weg"
begangen von Ronald am 2018-07-02
Gebiet:
Totes Gebirge
Berg:
Schermberg
Schwierigkeit:
6+ (6 obl.)
Exposition:
Nordwe
Absicherung:
BH, gut (tw. weite Abst.)
Zusätzliche Angaben:
Nach zwei Besuchen im Vorjahr nun zum dritten Mal mit Berndi im schönen Almtal. Diesmal wird um etwa 20:15 im Almtalerhaus noch Bier ausgeschenkt, wir bekommen sogar noch eine Brettljause, aber um 21:00 ist dann wirklich Schluss mit der Bewirtung. Wir starten um 4:30 Uhr und schon nach kurzer Strecke werden die oberen Regionen des Schermbergs in rötliches Licht getaucht. Der untere Teil des Welser Wegs ist aufgrund regelmäßig gesetzter Bohrhaken gut zu finden. Dann heißt es in der Zustiegsbeschreibung: „ … bis knapp unter dem Einstieg des Almtalerköpfls Nordwandpfeiler…“ Wir waren zu wenig hoch und konnten die Schotterrinne wegen der steilen Begrenzungen nicht queren. Erst ein schrofiger Abstieg von ca. 40 Hm ermöglichte uns die Querung der Rinne. Also sollte man wirklich bis fast zum tatsächlichen Einstieg des Almtalerköpfels hoch, um dann bequem ?? waagrecht unter der Nordwestwand auf das gewünschte Schotterfeld queren zu können. Berndi steigt um ca. 07:30 in die 1.SL ein, und befindet sofort, dass wir schon leichtere 4+ Längen geklettert sind. Die Bemerkungen zur Tourenbeschreibung, dass in den leichteren SL, und dazu gehört die erste SL, die Hakenabstände durchaus größer sind, ist ernst zu nehmen. Nur das Anbringen zusätzlicher mobiler Sicherungs-mittel ermöglicht ein halbwegs entspanntes Klettern. Gleich in der 3.SL wartet die Schlüsselstelle auf Berndi (zumindest was die Kletterschwierigkeit betrifft). Der erste Umgehungsversuch des Felsausbruchs misslingt, weil zu tief angesetzt. Man muss sich mittels Felszacken (erscheint uns vertrauenswürdig) bis knapp unter den Ausbruch stellen, Hände bereits auf dem weißen Ausbruch, und dann bis zu einer großen Schuppe nach links queren. Das Ganze ist eben wegen einem fehlenden Bohrhaken sehr moralisch. Das restliche 6+ Zeug dieser Länge gelingt uns nicht frei. Der perfekte Fingerriss in der 4.SL ist schön zu klettern, die weiteren Abstände zu Beginn der SL lassen sich durch Cams entschärfen (gute Legemöglichkeiten). Nun befinden wir uns im sogenannten Dom. Eine auf drei Seiten begrenzte ca. 60m hohe Felsenhalle istwirklich imposant. Die ersten der drei SL im Dom (30m 2 BH) lassen sich nicht so leicht absichern, aber Berndi findet zum Glück die entsprechenden „Schwachstellen“ im Fels. Die nächste SL beinhaltet eine anregende Querung, tw. riesige, nicht mehr ganz feste Schuppen, aber brauchbar abgesichert. Der Stand vor der Ausstiegsseillänge aus dem Dom befindet sich direkt am Beginn einer brachialen Verschneidung, in der auch altes Hakenmaterial steckt. Berndi muss zuerst ausgesetzt nach rechts queren, dann 1-2 Züge hoch, um erstmals einhängen zu können. Die anschließende 40m Verschneidung ist gut versichert und geht fast frei. Berndi klettert am Stand vorbei (dieser befindet sich nach der Verschneidung, am Ende eines kleinen Schotterfelds rechts) und muss nach einigem Hin und Her selbst einen Stand zimmern. Nach einigem Suchen finden wir die schrofige 2+ Querung und es kann endlich weiter gehen. Es folgen zwei 4+ SL, nie wirklich leicht, steil und nicht ganz fest, dazu schon aufkommende Müdigkeit. Endlich die letzte 6er Stelle, dann haben wir das Gröbste hinter uns. Diese 11.SL entpuppt sich für Berndi als eigentliche Schlüsselseillänge, da sich vom letzten BH in der 6- Verschneidung bis zum nächsten BH knapp unter der Wuchtl nichts Brauchbares anbringen lässt. Zwei kleine Keilchen müssen als Rettungsanker herhalten. Immer schlapper werdend und sehr durstig (wir finden in unseren Rucksäcken nur mehr leere Flaschen) kämpfen wir uns durch die restlichen SL und erreichen um 18:00 Uhr den Ausstieg. Auf der Welser Hütte gönnen wir uns Schiwasser und Apfelsaft gespritzt. Dort erfahren wir vom Hüttenwirt, dass heuer kaum jemand den Erichs Weg gemacht hat (außer einigen Bergführern und Bergrettern). Daher schlägt er uns auch gleich eine neue, sehr scharfe Route in der Kreuzkante vor 8+ (7-A0) … ?!. Weiterer Abstieg problemlos, beim Ein- und Umpacken findet Berndi noch eine volle Gatoradeflasche in seinem Rucksack! 24:00 Uhr Ankunft in der Waldviertler Heimat.
Danke Berndi für die vielen schwierigen Vorstiegslängen. 650m Klettermeter, das ist unser bisheriger Rekord.

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