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Toureninfo:

"Großraminger Kirtag - Pichlweg"
begangen von Bernhard am 2017-06-18
Gebiet:
Gesäuse
Berg:
Planspitze
Schwierigkeit:
7-
Exposition:
NW
Absicherung:
BH - tw weit, aber bedacht
Zusätzliche Angaben:
Mit Roni in Wechselführung. Die angekündigte Schönwetterphase kommt rechtzeitig zum Abstieg, beim Klettern wars eher ungemütlich, kalt, windig, feucht. Die Route selbst ist nett, wenn man sich an dem ziemlich langen Zustieg nicht stört, weit weniger ernst als Wandbild und Topo vermitteln.
Erst gut 1 1/2 Stunden den Höllersteig hinauf, dann der "Glatterriss" als erste SL gewissermaßen (lieber nicht mit den Zustiegstretern), dann im Geröll Richtung Pichlweg noch über den ersten Höcker drüber, dann rechts bis die Rinne auf der linken Seite zu markanten Wasserrillenplatten aufsteilt. Erst hier gehts richtig los. Roni beginnt. Schon beim kleinen Überhang wird klar, dass die BH mit Fokus auf Sicherheit und Stressreduktion gesetzt wurden. Lange über steile Schrofenvierer ohne Haken zum Absatz. Die Stände zumeist (entgegen der "Auslese-Topo") nur mit einem BH. Die zweite SL steilt zuletzt doch ein wenig auf, gute Legemöglichkeiten, nicht ganz fest, Orientierung nach Gefühl. Die Längen zumeist an die 50 Meter, bis auf die dritte, ein kurzer 5er Überhang zum Beginn einer mächtigen Verschneidung. Dunkle Wolken zogen von der Früh weg vom umnebelten Buchstein her, jetzt nieselt es und wir fürchten rutschige Flechten auf den Platten. Es dauert aber nur kurz und die Bedingungen bleiben OK. Wir ziehen alles an, was wir mithaben, dennoch ein wenig Bibbern am Stand und saukalte Finger. 4. SL, rauhe 6- Platte, die linke Körperseite abschnittweise im Riss. Absicherung mit Legemöglichkeiten abgestimmt, Bewertung seriös. Stressfreies Klettern vom Feinsten. Danach führt Roni durch die lange, steile, anhaltende 6-er Verschneidung, die anstrengend ist und leidet dabei an den Geräuschen, die seine Goretex Jacke angesichts des unvermeidlichen Felskontaktes von sich gibt. 6. SL, Schlüsselstelle Plattenquergang: Erst ein Überhang, kräftig, aber entspannt machbar für 6er Kletterer. Wir empfehlen einen Zwischenstand vor der Querung. Hier eng eingebohrt, stressfrei, die 7- Stelle ist ein Größenzug nach dem 2. Haken nach oben - halb so wild! Roni macht das vorne. Die anschließenden beiden SL sind schon deutlich brüchiger als unten, erst eine leichtere, mit gesuchtem Kaminchen, dann eine lange, anhaltende, durchgehend fordernde, nicht unterbewertete 5er, die man sich besser sensibel emportastet. Unsere letzte SL zum Pichlband hinauf besteht in einer überaus knackigen Dachkante. Eine Klimmzugkombination für die ich eine Trittschlinge brauche, trotzdem noch heftig genug und spannend! Von den anschließenden SL durch die brüchige Headwall wurde abgeraten, wir hatten den Eindruck, nicht zu unrecht. Also querten wir auf dem auch nicht gerade einladenden Pichlband aus. Die angedachte Alleinbegehung habe ich nach Augenschein abgehakt!
Wir sind zu hoch für die Seescharte und müssen wieder runter zum Abseilen über die Plattensprint. Endlich scheint die Sonne, niemand in der Wand. Die am letzten Sonntag zurückgelassenen Schrauber sind aber schon weg.
Feines alpines Ding, das unseren Tag voll ausfüllte. Wieder keine Doublette!

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