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Toureninfo:

"Bartlrisse"
begangen von Bernhard am 2017-05-17
Gebiet:
Rax
Berg:
Lechnermauern
Schwierigkeit:
6+
Exposition:
S
Absicherung:
Stände gut, BH, NH mittel
Zusätzliche Angaben:
Mit Jakob, Caro und Roni als 4er Seilschaft. Erst ich, dann Roni vorne, zwei Nachsteiger, jeweils mit Caro, die ein Seil nachzieht, an dem sie Jakob vom gemeinsamen Stand nachsichert, während der Erste bereits wieder vorsteigt (oder auch noch nicht, weil wir auf Jakob warten, oder uns verplaudern). Eigentlich hätte es sonnig sein sollen, aber wir hatten dichte Wolken während der Tour, was das alpine Flair optimal zur Geltung brachte - aber windstill und wohltemperiert.
Rauf mit der Seilbahn mit schwerem Gepäck, das zum Teil im Ottohaus gebunkert wird, wo Jakob und Caro übernachten. Ein kleinwenig Schnee noch im Wald, die Wand trocken bis auf die vorletzte SL. Die drei Nachsteiger schleppen jeweils viel zu schwere Rucksäcke durch die Wand, was sie sowohl im Höhlenüberhang, als auch in den Kaminen bereuen... mein Gewichtspartanismus wird immer noch bewitzelt --- oh welch Widerspruch!
Die Route ist immer noch einigermaßen selektiv bis alpin abgesichert mit BH und Normalrost zwischen den Ständen, die jetzt alle mit Schwerlastankern samt Ringen eingerichtet sind. Je nach Erfahrung und Moral schadet der eine, oder andere Cam sicher nicht; es ginge aber auch ohne. Nach der ersten SL ein doppelter Linksschwenk, sonst verschlägt es dich in den Ebner Gedächtnisweg. Die erste SL fast 60 Meter. Die dritte SL, nette Verschneidungskletterei, ein wenig brüchig anmutend. Wieder rissartig zum genialen Höhlenstand, aus dem es stark überhängend hinausgeht und anhaltend steil weiter. Roni vorne, nicht ganz ohne rasten, danach ich und Caro, die bisher trotz Rucksack annähernd sauber geblieben ist. Wir kämpfen wacker, freies Klettern erscheint jedoch aussichtslos. Wir schieben es auf die nassen Schlüsselgriffe, meinen aber einhellig, dass hier mancher Kletterer verwundert sein wird, der eine "normale" 6+ erwartet. Jakobs Nachkommen als Letzter wird dann ein wenig mühsam, weil sich sein Seil (angeblich) oben verklemmt hat. Wir zerren uns die Seele aus dem Leib, angespornt durch Jakobs (angeblich) verzweifelte "Seil ein" Rufe. Vieles spricht dafür, dass er sich (entspannt) von uns heraufziehen hat lassen.
Zuletzt doch noch ein wenig nass, aber weniger störend im rauen Kamin, als die Rucksäcke.
Nach oben zu sickert langsam die Erkenntnis, dass wir einigermaßen spät dran sind, weil erstens wartet Caros Bruder im Ottohaus und zweitens geht die letzte Seilbahn um 17.30 und drittens, kein Handynetz. Somit ein wenig stressig nach dem Ausstieg, wir geben Gas und zwar direkt in die Latschen... wo jeder für sich ums Überleben kämpft. Danach bildet sich eine schnellere Spitzengruppe aus Jakob und Roni, die das enorme Tempo nutzt, um nach einigen Irrwegen fast so früh beim Ottohaus anzukommen, wie Caro und ich. Beim Joggen zur Seilbahn wird aber bald klar, es geht sich aus. Auch Roni schafft es, ohne dass ich um Abfahrtsaufschub betteln muß.
Das schöne Klettererlebnis sollte in der Erinnerung nicht vom hudelig-sportlichen Abschluß getrübt werden - aber auch über den werden wir noch lachen!

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