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Toureninfo:

"Dir. Gaisbauerweg"
begangen von Peter am 2016-11-20
Gebiet:
Höllental, Rax
Berg:
Gaisbauerwand
Schwierigkeit:
7 (6- obl)
Exposition:
NO
Absicherung:
alte u neue BH, NH, SU
Zusätzliche Angaben:
Wieder hat es mich, diesmal mit Peter K., in diese selten frequentierte NO-seitige Wand gezogen.
Nur an Hochsommerwochenenden ist hier mehr los.

Wir wollten dem starken Südföhn ausweichen und hatten 14° C am Parkplatz und insofern gute Bedingungen.
Vom Parkplatz kann man die Wand auch gut studieren, sie liegt, oder besser thront direkt über dem Lawinenverbau unweit vom Weichtalhaus und scheint ziemlich unnahbar steil zu sein.
Der Fels der Gaisbauerwand unterscheidet sich vom sonstigen Raxfels deutlich,
da die Wand wegen ihrer Steilheit fast kein Regenwasser abbekommt. Weißer, griffiger, henkeliger Fels,… die Kletterei erinnert wegen ihrer henkeligen Steilheit auch ein bissl an die Adlitzgräben.

Kurz vor der Schönbrunnerstiege steigt man links den Pfad entlang der Wand an.
Es kommt dann auch eine Drahtseilpassage und dieser Zustieg ist bei Nässe sicherlich unangenehm.
Wer vorhat abzusteigen (was ich empfehle), möglichst keine Rucksäcke zum Einstieg mit raufnehmen, da man so diese Passagen nicht nochmal gehen muss.

Der Dir. Gaisbauerweg, trotzdem immer noch 7. Grad, vermittelt den leichtesten Durchstieg durch die Wand.
Bin die Tour schon 2010 geklettert. Damals in Kombination mit der für 7- imo mörderisch schweren und anhaltenden SL des Uhrenmuseums und oben der Sanduhrgalerie.
Dieses Jahr im August nochmals ein Versuch. Aufgrund der Probleme, die ich in der 1.SL im Vorstieg hatte (Sturzangst, am Stand völlig ausgepowert), seilten wir damals jedoch ab.

Diesmal kletterten wir nach den beiden 7er Längen zu Beginn, anschließend über den klassischen Ausstieg raus (2 SL 5+).
Peter K. stieg die 1. Länge onsight durch. Starke Leistung!
Ich dagegen hatte im Nachstieg wieder große Probleme und musste so etwa 3 mal hängen.
Richtig schwer ist die SL auf den letzten Metern des Risses und dann nach dem Riss, wenn man links ansteigend zum Stand klettert.
Bis jetzt ist mir nicht ganz klar, wie man dieses Finish am besten geht, zuerst nach links und nach oben, oder eher nach oben und dann nach links queren.
Ich neige zu ersterem, aber vielleicht ist auch beides möglich.

Ich denke, wichtig ist in der Tour, nicht zu weiche Schuhe zu verwenden.
Es sollten Schuhe sein, mit denen man gut kleinste Tritte belasten kann, grad in der 1.SL ist das von großem Nutzen.
Die 1.SL ist auch schon recht glatt, besonders die Griffe an den schweren Stellen,… kein Wunder, die Tour ist fast 70 Jahre alt.

Die 2.SL (7) vorzusteigen war dann recht wichtig für mein Selbstvertrauen, obschon ich im ersten Drittel der Länge wieder zweimal hängen musste.
Es setzt da nach einigen Metern eine kurze Rechtsquerung an, die schwer ist.
Dann geht’s bissl nach oben und danach beginnt eine ansteigende Linksquerung, die anfangs nochmals anspruchsvoll ist.

Peter stieg dann in die 3. SL ein. Gesichert nur an SU, teils etwas zweifelhafter Qualität. Extrem ausgesetzte SL, es pfeift richtig runter dort.
Der Fels ist hier etwas splittriger, aber es hält alles gut da entsprechend abgeklettert und ausgeputzt.
Die Originallinie der 3. SL führt zuletzt über links an SU zum Stand und scheint auch leichter als die Variante über rechts (von der Tour ‚Terror, Tod und Teufel‘).
Dieser Ausstieg über links ist nochmals ein bissl eine Gewusst-Wie-Stelle und stürzen sollte man hier nicht unbedingt: Erstens wegen eines NH, der nicht direkt klinkbar ist (man ist gezwungen in ein altes Schnürl zu klinken, das durch die Öse gefädelt ist), zweitens die SU darunter hält vielleicht, man könnte sie aber (allerdings aus unguter Kletterstellung) auch nachfädeln.
Unterm Strich ist an der Stelle aber vielleicht einfach beherztes Anklettern entscheidend, die Seitgriffe rechts konzentrisch verwendend.

Am Stand findet sich dann ein Wandbuch, mit halb zerbrochener Plastikbox, fehlendem Stift und der letzten Eintragung aus dem Jahr 2003.
Also wer etwas Gutes tun will, könnte eine neue Box, ein neues Heft und 1-2 Kugelschreiber mitnehmen!

In der letzten SL, wieder 5+, anfangs noch eine für den Grad steile und sehr kraftige Stelle, danach noch ein Drübersteiger in flacheres Gelände, der sich nicht ohne Weiteres auflöst.
Im flacheren Gelände dann nach rechts queren (bei Nässe sicher unangenehm, da teils bemoost) und entweder an einem älteren Abseilstand abseilen (die Seilschlingen und Reepschnüre sehen nicht sehr vertrauenserweckend aus) oder weiter nach rechts, an einem Winkel-BH-Stand vorbei (ev. dort Zwischenstand machen, speziell wenn man mit Einfachseil klettert), ums Eck und nach oben aussteigen. Stand bei Baum oder einem in unmittelbarer Nähe befindlichen Klebehaken-Stand.
Wer bis nach ganz oben klettert, Achtung auf Seilzug!!

Wir sind dann über den Blechmauernsteig (tlw. rote Punkte, 1) abgestiegen und waren 15 min später wieder beim Wandfuß.

Die Wand hat was.

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