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Toureninfo:

"Freundschaft"
begangen von Bernhard am 2022-10-07
Gebiet:
Gesäuse
Berg:
Admonter Kalbling
Schwierigkeit:
6
Exposition:
S
Absicherung:
BH-gut
Zusätzliche Angaben:
Mit Roni in Wechselführung bei sehr genussvollen Bedingungen. Südlich sonnig, angenehm warm und trocken. Schon nachts und morgens war ein auffrischendes Lüftchen zu spüren, das uns ein wenig beunruhigte, aber die Wand lag perfekt im Windschatten. Einzig in der letzten SL spürten wir den Föhn über den Grat pfeifen, den man nach oben hin durchaus als Sturm bezeichnen konnte.
Geänderte Mautbedingungen bei de Auffahrt zur Klinkehütte. Erst wird für den großen Parkplatz unten bezahlt, dann für die Mautstraße extra. Neue Schilder und konsequentes Camingverbot im Bereich der Hütte, das von den Pächtern auch durchgesetzt wird. Für engagierte Kletterer in PKWs abseits der Hochsaison zeigte man aber netterweise Verständnis.
Diesmal ließen wir den schweren Marterlkopf aus und stiegen gleich direkt über die Schrofen unterhalb der Südwand zu. Die steilen gegen Ende doch merklich an. Wir steuerten erst zu direkt den Einstieg zur "Linken Südwand" an. Von dort kommt man nur mehr recht schwer am Wandfuß rüber zum richtigen Einstieg. Besser schon weiter unten tendenziell nach rechts halten, den markanten Risskamin ansteuern. Auf den letzten Metern dort hinauf, im 3-er Gelände finden sich auch einige BH und links vom Kamin dann der Einstiegs-BH für "Freundschaft" und Waidhofner Weg". Die erste SL gestuft und locker, dann folgt schon die Schlüssel-SL von der Schwierigkeit her, allerdings noch nicht vom allgemeinen Anspruch. Steile Risskletterei, bestens abgesichert. Wer im 6. Grad bleiben will, sollte gleich nach dem 2. BH nach links zum Riss queren und diesem folgen. Die 3. SL ist ein wahres Gesäusezuckerl, das Roni im Vorstieg genießen darf. 40 Meter anhaltende 6-er Kletterei, tendenziell schärfer werdend, steil, rau... ABER: nicht allzu fest, was mit den, ein wenig weiteren Abständen, die durchaus den einen, oder anderen Cam vertragen, insgesamt ein gewisses alpines Flair verströmt. Gegen Ende eine sehr ausgesetzte, abdrängende Querung, dann hoch zum Stand. Die 4. SL ist zwar mit 5 bewertet, fühlt sich aber um keinen Deut leichter an, als die SL davor. Ein wenig versöhnlicher, weil fester geht es steil und knifflig in steiler Wandkletterei dahin. Danach eine lockere 4- Länge. Die 6. SL wieder anspruchsvoll im 6. Grad und recht lang. Wer die 8-9 Meter zwischen den BH in nicht unheiklem Terrain entschärfen will, findet gut Platz für Cams. Die letzte SL (Roni wieder vorne) zieht supersteil nach oben und schaut weit schwerer aus als 6. Sie löst sich aber dann gut auf in diesem Grad. Unten muss man gut aufpassen, um nicht in den Stand zu fallen, dann gehts kräftig hinauf zur Kante, die man engagiert überwindet - oben belohnt eine Bandschlinge den Mut. Für uns löste sich der Wunsch, sauber zu klettern ohnehin im Kampf gegen den Sturm auf. Routine im Umgang mit stillen Seil-(zug)Kommandos bewährt sich wieder einmal.
Am Grat zum Gipfelkreuz kommen die vielen Wanderer an diesem Traumwetter-Freitag mit deutlicher Schräglage daher. Seilversorgung, Umziehen erst ein Stück weiter unten im Windschatten. Eine tolle, empfehlenswerte Route an einem nahezu perfekten Klettertag!

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