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Toureninfo:

"Durststrecke"
begangen von Bernhard am 2021-05-11
Gebiet:
Stadelwand
Berg:
Schneeberg
Schwierigkeit:
7-
Exposition:
S
Absicherung:
BH gut mit sportlicher Note
Zusätzliche Angaben:
Mit Raoul zumeist in Wechselführung. Die "Durststrecke" machte ihrem Namen alle Ehre, obwohl es nicht einmal richtig heiß war. Herrlich sonniger Tag - der angekündigte Föhnsturm kam glücklicher Weise nicht recht zur Geltung, sondern sorgte bloß für angenehmer Kühlung. Ein Liter pro Mann war zu wenig für diese lange Route. Seit Mitte der 80-er Jahre mit Bedacht saniert ist sie vielleicht die feinste der Stadelwand in diesem Schwierigkeitsgrad, schöner noch als die "Kessels neue Kleider". Allerdings auch ein wenig anspruchsvoller, weil die schweren Stellen frei zu überwinden sind - allenfalls mit Hilfe von Cliffs oder kleinen Klemmkeilen, wozu ein 6er Kletterer mit Trainingsrückstand eventuell schon mal greifen muss. Auch der konditionelle Gesamtanspruch sollte nicht unterschätzt werden, wenn man auf die 60 zugeht.
Raoul beweist in der 4. SL - noch schlecht aufgewärmt - gleich mal seine Plattenkompetenz; der Schmerz im Rücken begleitet ihn danach durch die Tour. Die wunderbaren Plattenmeter in den SL 4, 5 und 7 hatte ich richtig in Erinnerung, ihre Schwierigkeit nicht mehr so genau! Raoul überließ mir die steile 8. SL, die sich unten weit lockerer auflöst, als es den Anschein hat, im plattigen Bereich wird's dann schwerer. Kleine Cams leisten gute Dienste. Danach drei gemäßigtere, nicht minder schöne Plattenlängen. Der obere Teil der der 12. SL hat recht spannende Abstände, wie es scheint - Raoul hat sie rechts im Graben umgangen. Die 13. SL erschien uns als die fordernste. Für die Überwindung der 7er Stelle muss man das entweder klettern können, oder Tricks auf Lager haben, ein wenig Kraft sollte noch übrig sein und man muss es sich ja nicht unnötig schwer machen, indem man den Stand überklettert und die nächste SL gleich mitnimmt. Weil dann wird die Seilreibung heftig und der Gurt kann mal zeigen, dass er auch Zug nach untern aushält und das Nachsichern wird beinahe ebenso kraftraubend wie das Klettern im Vorstieg. Die letzte SL ist auch noch richtig schön und versöhnlich.
Eine gemütliche Eingehtour zu Saisonbeginn war´s wohl nicht, aber die jungen Wilden stecken sowas ohne Trauma weg, sind motiviert für Neues und haben gelernt, sich nicht auf die reduzierte Flüssigkeitsproviantierung der Altspatzen zu verlassen. Die alten Wilden verdrängen das Alter und begründen die Erschöpfung... irgendwie anders.

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