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Toureninfo:

"Kirchengrat - Ödstein"
begangen von Bernhard am 2020-10-01
Gebiet:
Gesäuse
Berg:
Großer Ödstein
Schwierigkeit:
2+
Exposition:
SO
Absicherung:
alpin
Zusätzliche Angaben:
Die "Wanderung" ist, vom kletterischen Anspruch, an sich ja nicht der Rede wert und hier bereits im Zuge des Abstiegs nach einer Begehung der Ödsteinkarte beschrieben. Sie findet aber dennoch kurz Erwähnung, weil sie im Rahmen einer (versuchten) Gesäuse-Alleinüberschreitung unternommen wurde, die am Großen Ödstein wegen der prekären Schnee- und Eisbedingungen abgebrochen worden ist. Schon bis dahin hat die Unternehmung durchaus einiges an winteralpinistischem Engagement erfordert. Ich bin am Vorabend erst bei Dunkelheit angekommen und habe mir die hellen, fast weißen Flächen am Berg, als Fels-Refelexionen des Vollmondlichts schöngeredet und aufkommende Bedenken im Wein ertränkt... In der Früh ging ich die erste Stunde im Licht der Stirnlampe, aber beim Durchbrechen der Nebeldecke beleuchtete die, an sich grandios-idyllische Morgensonne, recht unbarmherzig das Problem: Schnee auf den Gipfeln! Ein paar Neuschneeflecken bereits vor dem ersten Erreichen des Grats und als ich dann zum Ödstein hinüber sah, eröffnete sich die ganze winterliche Pracht auf der Nordseite der Gesäuseberge. Durch die Schrofen bis zur ersten Kletterstelle, waren die am Pfad angewehten Schneeflecken noch ganz gut zu umgehen. Hier macht man entweder zwei engagierte Züge über einen abdrängenden Riss, oder man hangelt sich am Fixseil hoch. Der Wind pfeift über den Grat, die Fingern sind holzig und die Felsen glasig vereist. An der Südseite wärmt die Sonne, der Schnee ist schon aufgeweicht. Auf Bändern stapfend zum "8 Meter Wandl", das ist großgriffig, gestuft, und auch bei Nässe eher unproblematisch. Der kurze Abzweig zum "Kleinen Ödstein" Ödstein lohnt sich für den eindrucksvollen Blick in die mächtige Nordwand seines großen Bruders. Das letzte Stück am zunehmend ausgesetzten Grat ist mühsam und teils heikel, wegen der hier hartgefrorenen Schneeauflage und der Eisglasur am Fels. Umgehungen an der Südseite sind möglich, hier ist es aber teilweise problematisch brüchig. Bis zum Ödstein-Gipfel ist es sich gerade noch so ausgegangen. Aber eine weitere Begehung der Gesäuseüberschreitung, solo und ohne komplette Eisausrüstung erschien angesichts des, sich von hier bietenden hochwinterlichen Panoramas, völlig illusorisch. Der Abstieg ins sonnig, frühherbstliche Johnsbachtal ist insbesondere in den steil-schrofigen Abschnitten um einiges unangenehmer, als der Aufstieg. Aber wenn man Zeit hat und sie auch nimmt, gemütlich hinunter balanciert, dann kann sogar das - in gewissen Maßen - Spaß machen.

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