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Toureninfo:

"Drachenpfeiler"
begangen von Peter am 2020-08-20
Gebiet:
Grazer Bergland
Berg:
Röthelstein Westseite
Schwierigkeit:
7+ (6-obl)
Exposition:
W/SW
Absicherung:
plaisir
Zusätzliche Angaben:
Mit Frank ins Grazer Bergland gefahren.
Wir wollten ein Projekt klettern, über das wir schon länger gesprochen haben, den Drachenpfeiler an der Röthelstein Westseite in der Nähe der Drachenhöhle.

Ich hatte an diesem Tag vor allem Bedenken in bezug auf mögliche Hitze in der Tour, die SW und W-exponiert ist.
Es war auch ziemlich heiß, aber noch im Rahmen.
Weiter oben hatten wir dann auch immer wieder etwas Wind.
Ich hatte in dieser langen MSL 1,5 l Flüssigkeit in der Tour mit, was gut reichte.

Die Tour ist mit ca. 400 m eine der längsten des Grazer Berglands, ist sehr gut abgesichert und es bedarf keines mobilen Materials.
Sie hat 14 SL und die schwerste Stelle ist mit 7+ bewertet (6- obl.), sonst geht die Tour maximal bis 7-.
Die ersten 8 SL sind nur bis max. SG 6 schwer.
Die Tour ist überhaupt eher inhomogen.
Zweimal Gehgelände, eine SL, die 5., für eine ganze SL.

Ein besonderes Merkmal der Tour ist ein Seilquergang in der 8. SL.
Habe mir im Vorfeld genau angeschaut, wie man das technisch richtig macht (sowohl Rückwärtiges Absichern als auch Pendelquergang und Erklärung und Zeichnung abfotografiert und im Handy gespeichert).
An der entscheidenden Stelle gab es dann zwei BH, die mit einem Drahtseil verbunden waren. In einem BH war ein HMS.
Ich legte im Vorstieg ein Halbseil durch den HMS und in den anderen BH eine Exe und ließ das andere Halbseil durch die Exe laufen.
Danach ein Abgelassenwerden und Nach-Rechts-Queren zum Stand (nur eine 15 m-SL).
Nachgesichert hab ich Frank mit einem Megajul für das Halbseil, das durch die Exe lief (damit zog ich nur ein, selbstblockierend!) und mit einem HMS mit Halbmastwurf für das andere Halbseil, das durch den HMS im BH lief (wo ich zuerst einzog und ab dem HMS, aus dem Frank das Seil natürlich nicht aushängte, das Seil ausgab, bis er bei mir beim Stand war).
Auf diese Weise hatte Frank als Nachsteiger Zug von oben (über das Seil, das oben durch den HMS lief) und zweitens seitlich Zug von meinem Stand durch das Halbseil, das nach Aushängen der Exe direkt zu mir lief.
Funktionierte sehr gut so und war, wie bei Schall beschrieben, eigentlich harmlos, da auch in relativ leichtem, jedoch völlig ungeputztem Gelände.

Was im Zusammenhang mit der Tour noch wichtig zu erwähnen ist, ist die heikle Wegführung, da sie teilweise über dem Eingang der vielbesuchten Drachenhöhle bzw. über dem Wanderweg zur Höhle verläuft, sodass Steinschlag besonders gefährlich ist.
Deshalb auch die Entscheidung, die Tour unter der Woche zu klettern.
Frank hat auch einmal einen größeren Stein ausgelöst und mir ist das beim Abstieg, eh in der Nähe der Drachenhöhle glaub ich, auch passiert.
Es gab zwar Wanderer an dem Tag, einmal war auch eine Kinderstimme zu hören, aber es waren eher wenig Leute unterwegs.
Die Tour ist vor allem in der unteren Hälfte teilweise recht bewachsen und scheint - vielleicht aufgrund der Steinschlaggefahr - selten geklettert zu werden.

Gemäß Schalltopo war die SG-Verteilung der 14 SL wie folgt:
3-, 5, 4-, 6, 1, 5, 6-, Seilquergang (5), 7+, 5+, 7-, 6+/7-, 5-, 6+
Ich stieg die 1., 3., 5., 7., 8., 10., 11. und 13. SL vor.
D.h. die einzige wirklich schwere SL, die ich vorstieg, war SL 11 und die war nur schwer auf einer kurzen Plattenpassage von vielleicht 3 Metern.

Einstieg der Tour ist bei der 7. Verankerung der Kette, die in der Rinne rauf zur Drachenhöhle ansetzt.
BH nach einigen Metern links in der Wand gut zu sehen.
Man steigt von rechts schräg nach links reinquerend in die 1.SL ein.

In der 2. SL (5) sind die Sicherungen nicht ganz leicht zu erkennen.
Zuerst eine leicht absteigende Querung mit einer Drahtseil-SU, danach weiterquerend und absteigend und ziemlich weit links in der gegenüberliegenden, tiefer ansetzenden Wand gehen dann BH nach oben.

Nach der 3. SL (50 m, 4-) ist der Stand komplett sonnenexponiert gewesen.
Danach folgt ein 20 m langes Gehgelände, hin zum Beginn der 4. SL.
Deshalb ging ich nach der 3. SL noch 10 m weiter und machte nach 60 m (wir sind mit 60 m Halbseilen geklettert) an einem Baum Stand und war so größtenteils im Schatten beim Sichern.

Die 4. SL (6) ist schöne, plattige Wandkletterei.
In der 5. SL (1) bezog ich nach dem Gehgelände nicht beim BH Stand, sondern einige Meter davor bei einem Baum, wieder um vor der Sonne geschützt zu sein, was eines der wichtigen taktischen Manöver heute war.
Die 6. SL (ziemlich konstant im 5. Grad) hab ich ähnlich wie die 4. in Erinnerung, jedoch noch mehr ver- bzw. bewachsen.
Besonders dieser SL würde eine Putzaktion gut tun.
Bis auf eine Stelle gegen Ende der SL sieht man die BH aber immer gut.

Ich stieg dann die 7.SL vor (6-), die eine der schönsten der Tour ist, in schönen Henkelplatten dahinkletternd und wo der Bewuchs auch nicht stört.

Danach der beschriebene Seilquergang in der 8.SL.
Die 9. SL, vorgestiegen von Frank, war die Schlüssellänge mit einer 7+ Stelle. Ein Aufrichter in steilem Gelände bei Tritten, die wenig hergeben, mit weit entferntem Zielgriff.
Frank scheiterte im ersten Versuch, konnte die Stelle im zweiten Versuch jedoch klettern.
Ich war im Nachstieg überfordert.
Einerseits merkte ich, dass es für meinen re. Mittelfinger (langwierige Ringbandverletzung) hier gefährlich wird. Andererseits ist die Stelle auch so sehr hart für mein Kletterniveau, ich glaube aber machbar bei guter Form und intaktem Körper.
Es kommt sehr auf den Tritt für den linken Fuß an.
Bin also A0 über diese Stelle.

Den restlichen Teil der Länge, der bis 6+/7- schwer ist, konnte ich durchsteigen, kann mich aber an keine Einzelheiten mehr erinnern.

Die 11. SL hatte eine schöne, etwa 3 m lange anspruchsvolle Plattenstelle, mit 7- bewertet, die ich im Vorstieg durchsteigen konnte. ansonsten war die Länge nicht schwer.

Die 12. SL hat einen sehr kräftigen und schönen, nach rechts ziehenden Piazriss zu bieten (6+/7-), in den man nicht direkt reinklettern kann, sondern über links kommen muss.
Auf einige Meter sehr anhaltend und technisch fordernd.
Konnte ich im Nachstieg knapp durchsteigen.

Die 13. SL nochmal eine 50 m lange, 5- Zwischenlänge.

Frank stieg dann die letzte SL vor, die nochmal bis 6+ schwer und ziemlich homogen und schön ist.
Am Beginn der SL direkt über dem Stand scheinbar schwierig direkt zum ersten BH klettern.
Die Stelle (6-) löst sich aber besser auf, als es anfangs scheint.

Das Schalltopo aus dem Grazer Bergland-Führer ist sehr gut!
Es gibt im Netz aber auch ein brauchbares Topo vom Erstbegeher.
Bei diesem Topo fehlt dann allerdings die Anfahrts- (Parken 300 m nach Mixnitz beim Heubergstüberl) sowie die Zustiegsbeschreibung und vor allem die Beschreibung des Abstiegs, der sich nicht ganz einfach gestaltet, wenn man ihn noch nicht kennt.

Wir haben uns beim Abstieg dann trotz Beschreibung (und Skizze!) auch verkoffert und verloren dabei wohl fast eine halbe Stunde.
Wichtig ist, sobald man den Wildzaun sieht, nicht in östlicher Richtung an diesem entlang gerade weiter (= in Ri. Buchebensattel weiter), sondern scharfe Rechtskurve und in südlicher Richtung rechts eines Zaunes weiter!
Bei einer großen Einsattelung im Wald dann wieder rechts ab und hinunter. Zuletzt nach rechts in Richtung Drachenhöhle und zurück zum Einstieg.

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