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Toureninfo:

"Schneewittchen sucht den Edelweiß"
begangen von WollePetry am 2020-06-24
Gebiet:
Thürnerwand
Berg:
Veitsch
Schwierigkeit:
7
Exposition:
Nord
Absicherung:
Bolts, KK, Friends
Zusätzliche Angaben:
Gerade auf uns locals hat das "Schneewittchen" eine ganz besondere Anziehungskraft. Nicht gerade gesegnet mit einer Unsumme an MSL-Möglichkeiten im Veitsch-Schneealpen Gebiet,stellt diese Tour eine der wenigen "leichteren" Möglichkeiten dar, durch wildes Gelände auf einen der Türme der Thürnerwand (eigentlich Diernerwand auf grablerisch) raufzukommen.

1995 erstbegangen, steht man heute noch regelmäßig mit 2 der 3 Erschließer Schulter an Schulter an den kompakten Lochkalkwänden der Burg, wo seit den 80ern bereits sehr früh dem Sportklettern gefröhnt wurde. Entsprechend "oldschool" ist der style in diesem Gebiet, dafür an Schönheit und ausgesetzter Wildheit schwer zu übertreffen. Danke auch an dieser Stelle für dieses einzigartige Gebiet!

Die Tour "Schneewittchen sucht den Edelweiß", zieht über 6 Seillängen (7-, 7, 6-, 6+, 7-, 5-) durch teils kompakte Lochplatten, dann wieder kraftige Piazrisse bis hin zu vorsteigerkillendem Bruchhaufen in die Höhe. Die Schwierigkeiten sind mehr oder weniger zwingend zu klettern - die Hakenabstände sind zwar ok, erfordern aber einen sicheren Vorsteiger, den Noah und ich in Merlins Person auch gefunden haben. Klemmkeile und Friends aber sehr brauchbar. Danke fürs hochführen!

Die erste Seillänge wartet gleich mit ungeahnten Schwierigkeiten für den Grad auf - selbst Merlin, seines Zeichens stabiler 8+ Kletterer und schon die eine oder andere 9 am Sportkletterkonto, konnte hier nicht sauber punkten. Mit genauerem Anschauen, müssts aber gehen!

Nachsteigerisch elegant die eine oder andere Schlinge mit benutzt, gings aber ganz weiter bergauf. Die 2. SL, ein ausgesetzter, aber kurzer 7 Quergang erfordert Oberarmpower, kann aber dank moderater Hakenabstände auch gut technisch gemacht werden. Der Vorsteiger möge aber bitte den ersten Haken der 3. SL einhängen um Pendelstürze in die Schlucht zu vermeiden. SL 4 und 5 (6- und 6+) lassen sich gut klettern und warten mit überaschend vielseitigen Stellen auf. Besonders die 6+ ist ein Schmankerl. Dass die Tour wenig begangen ist, merkt man aber auch hier an manch mehlig-flechtigen Tritten, was besonders den Vorsteiger stets zu höchster Konzentration fordert.

Das "grande Finale", die vorletzte SL nochmal eine 7-. Ausgesetzt geht es an alten, mit Silkon zugekleisterten Wackelbolts nach Oben. Erst an einem tollen Riss, dann an die luftige Kante und abschließend in fragwürdiges Bruchgelände fordern uns (in dieser SL besonders mir!) nochmal alles ab. Die Kraft neigt sich dem Ende zu und ich wende sämtliche Steighilftechniken an, die mein bescheidenes Repertoire zulassen.

Das Wetter hält zum Glück, statt der angegebenen 2 Kletterstunden werdens bei uns fast 5. Die Tiefblicke vom Gipfel des freistehenden Turms sind atemberaubend und die durchblitzende Abendsonne tut ihr Übriges, den konstant überhöhten Puls wieder runterzubringen. Nun warten aber noch knapp 150m Abseilpiste in durchwegs senkrechtem, teils überhängendem Fels. Abgeseilt wird über die Tour "Edelweißsteig, 9-". Mit 50m Halbseilen kann man erst 30Meter zum ersten Stand abseilen, und dann noch je 2x zusammenhängen um den Wandfuß zu erreichen. Für Noah und mich heißts hier nochmal gut durchatmen und Ängste kontrollieren zu üben - die Ausgesetztheit zehrt nun schon ziemlich an den Kräften. Aber alles geht gut, ich finde sogar meine Regenjacke wieder, die ich vom Gipfel hab runterpurzeln lassen und erschöpft, aber glücklich erreichen wir vor Einbruch der Dunkelheit wieder unsere Domizile.

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