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Toureninfo:

"Kombi Saxifraga und Aprilpfeiler"
begangen von Peter am 2019-06-10
Gebiet:
Grazer Bergland
Berg:
Brunntal
Schwierigkeit:
6+(5+obl), 1xA1
Exposition:
S
Absicherung:
gut, gebohrt
Zusätzliche Angaben:
Markus und ich machten in der Steiermark Kletterurlaub.
An diesem Tag wieder mal ins Brunntal gewandert, einem der alpinsten Gebiete im Grazer Bergland.
Den Aprilpfeiler (EB 1983 Harald Robert und Gef., saniert 2000) kannten wir beide nicht.

Wir stiegen wieder über die Bärenschützklamm zu, diesmal trotz Feiertag kein extremes Besucheraufkommen. Vielleicht weil diesmal die Hitze doch recht groß war.
Beim Mauthäuschen durften wir als Kletterer unter skeptischem Blick der Wärterin gratis passieren.

Beim Einstieg Aprilpfeiler angekommen (nach der Abseilpiste noch etwa 50 m weiter), war der erste BH hoch platziert und bis zu diesem wars komplett nass und schleimig trotz eigentlich längerer Trockenperiode davor.

Vom Einstieg rauf zu einem Podest links oben zu kommen, wäre über einen Riss ganz links gegangen, aber von diesem Podest weiter zum BH war es noch ein kleines, aber heikles und ev. gefährliches Stück.
Das Ding war, man hätte links im Riss etwa in Höhe vom BH etwas legen können (im Nassen), allerdings hatten wir nur Cam 0,4 bis 1 mit plus mittlere Keile (eigentlich auf Wunsch von Markus… ich hätt die gar nicht mitgenommen, da von mobil im Grazer Bergland-Führer vom Schall nix gestanden is).
In diesem Riss hätten wir aber zumindest Cam 2 oder eher sogar Cam 3 gebraucht.
Hätten wir das dabei gehabt, hätt ichs wahrscheinlich probiert im Vorstieg…
Letztlich wärs angezeigt, einfach 1-2 m tiefer noch einen BH setzen, um risikolos in die Tour starten zu können, denn diese ersten Meter werden wohl fast immer nass sein.

Auch nach diesem ersten BH sah diese Rampe von unten nach 1 – 2 m zwar trocken, aber glatt und schwer aus (6+… aber im Brunntal sind die Grade recht hart).

Nach ziemlich langem Überlegen und Beratschlagen beschlossen wir dies zu lassen und rüber zum Saxifraga-Einstieg (am linken Rand der großen, höhlenartigen Nische bzw. etwas rechts der Abseilpiste) zu wechseln, über den man alternativ auch zum Stand nach der 2. SL des Aprilpfeilers gelangen kann.

Die Saxifraga wurde 1982 erstbegangen (H. Robert, Kühberger und Gef.), 1998 saniert und ist im oberen Teil verwachsen!
Die ersten Meter Saxifraga sind die schwersten der Tour, 6+ bewertet, aber überhängend und sauzach. Würd ich mind. 7- oder sogar 7 geben.
Hier musst ich glaub ich zweimal länger hängen, bevor ich es klettern konnte. Diese Boulderpassage am Start in einem Zug durchzuklettern erfordert sowohl viel Kraftausdauer als auch Maximalkraft…
Auch der Rest der SL war ein Kampf… ungut abdrängende kurze Rechtsquerung, später blockartig und eine Passage durch Sträucher tlw. mit Dornen (bei einer Begehung ist ein Messer anzuraten, um das Grünzeug abzuschneiden); zuletzt eine Art Reitgrat mit abgewandter Körperposition (in bezug auf die Kletterrichtung) hin zum Stand… ein Kampf, wie eigentlich die ganze Tour ein bissl eine Kampftour für uns war.

Die zweite SL Saxifraga war dann überhaupt der Hammer.
Es kommt gleich zu Beginn (links zuerst ein NH!... abgestorbener Baum sehr hilfreich!) eine längere A0 (bzw. A1)-Passage, die mehr als 5 m lang ist und großteils gut machbar war mit Bandschlingen zum Reinsteigen.
Allerdings zuletzt plötzlich vom vorletzten zum letzten BH der Passage ein Abstand von ca. 2 m im Technogelände!

Ich vermute, dass da früher ein NH dazwischen war (es gibt tlw. ein kleines Risschen dort), der jetzt weg ist. Also falls das wer geht, sollte man da Hammer und Haken mitnehmen, denn legen kann man dort nix. Noch vernünftiger wär natürlich, dazwischen noch einen BH dazuzubohren.

Ich versuchte , in eine 120er und eine 60er Bandschlinge zu steigen, aber in der 60er stehend fehlte mir noch immer ca. ein halber Meter zum nächsten BH.
Es gab in einem Miniriss einen kleinen exzentrischen Griff für das erste Fingerglied der rechten Hand.
Für links gabs glaub ich nur ein kleines Krezl für die erste halbe Fingerkuppe für Zeige- und Mittelfinger.
Platzierte dann eine 30er-Verlängerung, traute mich aber nicht, auf der auch noch aufzustehn, da ich befürchtete, in dieser stehend das Gleichgewicht zu verlieren, falls die Verlängerung sich wegdreht oder so und ein Sturz in einer Schlinge stehend kann glaub ich ziemlich ungut werden… mit Hängenbleiben und so.
Wollte nach zweimal Ansetzen eigentlich schon aufgeben und kündigte das Markus auch schon an (waren auch der Meinung, dass er wegen seiner geringeren Reichweite noch viel weniger Chancen hätte als ich), aber wagte dann doch noch einen dritten, letzten Versuch und stand mit Hilfe der zwei beschriebenen Griffchen dann doch in der 30er auf und sie kippte nicht weg und ich kam tatsächlich zum BH und zum Klinken!!

Danach etwas blockig und bewachsen weiter nach oben (angeblich 5) zu einem Stand.
Von dort kletterte ich gleich weiter über plattiges, bis auf eine späte Sicherung (Draht-SU), ungesichertes 4+ Gelände (hab mich da tendenziell links beim Riss orientiert und konnte vor der erwähnten Sicherung auch einen Cam legen) und weiter zum Stand vor der Durchschlupfhöhle ‚Softrock 3000‘. Stand an 2 SU mit mehreren Seilstücken, einer Bandschlinge, die ich noch durch Fädeln einer weiteren Bandschlinge verbesserte.

Markus stieg als alter Höhlenforscher (mit Sonnenbrillen!) die Durchschlupfhöhlenpassage dann vor (etwa 2-3).
Die letzten 2 m nach re. in der Höhle musste ich dann kriechen und meinen kleinen Alpin-RS, mit dem ich kletterte, vor mir herschieben.
Am Boden lag in dieser Kriechpassage sogar ein Stück einer Art Spannteppich!
Nach der Höhle gings gerade einige Meter nach oben zum BH-Stand.

Danach kam eine Verbindungs-SL schräg nach re. oben im Gemüse zum Stand nach der 2. SL des Aprilpfeilers (der Weiterweg der Saxifraga nach etwas links und oben war extrem zugewachsen… sahen ein paar BH.. wird oben fast nicht mehr begangen).

Die nächste SL, es war die 3. SL des Aprilpfeilers, 6-, ging einen Pfeiler rauf und Markus probierte den Vorstieg.
Er kam nach ca. 10-12 m nicht mehr weiter und machte unter der betreffenden Stelle an einem Klebehaken Stand.
Ich kam nach (war überhaupt nicht leicht!) und stieg dann weiter vor und fand es auch weiter überhaupt nicht easy, obwohl mit nur 6- bewertet, aber Gott sei Dank gut abgesichert.

Auch die SL danach stieg ich vor und wieder entlang eines Pfeilers und wieder etwa gleich schwer (auch mit 6- bewertet) und wieder anspruchsvoll zu klettern.

Oben dann ein kurzes schweres Raussteigen nach rechts und rauf zum Stand.
Beides tolle Längen! Etwas bewachsen. Wird sicher kaum geklettert.

Die Ausstiegslänge, 2-3, stieg dann Markus nach leicht re. oben vor.
Etwas brüchig, aber auf der Kletterlinie durchaus machbar, obwohl bei Schall als sehr heikel beschrieben.

Vom Ausstieg gehts dann (im Aufstiegssinn) nach links runter zur Abseilpiste über die wir in 3x abgeseilt haben.

Hatten viel Kraft gelassen in der Tour und bei Zu- und Abstieg, speziell der Weg vom Bärenschützklammweg zum Einstieg war bei der Hitze zach. In der Tour selbst hatten wir dann viel Wind, was heute angenehm war.
Brauchten für den Zustieg knappe 1,5 Std., für die Kletterei etwas mehr als 4 Stunden und für den Abstieg eine knappe Stunde.

Insgesamt eine lohnende Tour, der Fels im Brunntal ist kompakt, weist aber eine gewisse, gewöhnungsbedürftige Glätte auf.
Dazu kommt natürlich, dass die Touren im Grazer Bergland leicht grün werden.

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